Atelierhaus C21
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© Stefan Müller

Atelierhaus C21

FINALIST KATEGORIE GEWERBE

ADRESSE

Maria Lassnig-Straßsse 33, 1100 Wien

PROJEKTENTWICKLER

Caelum Development GmbH

ARCHITEKT

Werner Neuwirth

EIGENTÜMER

WEG Atelierhaus C21

FERTIGSTELLUNG

2021

Mit dem neu errichteten Atelierhaus C21 im Wiener Sonnwendviertel ist ein Projekt entstanden, das die Grenzen der Segmentierung von Immobilien in mehrfacher Hinsicht ausreizt. Der Tendenz der Monofunktionalität und Einschränkungen von Flexibilität von Immobilien wurde hier radikal entgegengewirkt. Denn das zugrundeliegende Konzept stellt die Jahrzehnte lang dominierende und heute als Irrweg erkannte Trennung von Gebäudefunktionen nicht nur in Frage, sondern bietet zugleich die Rahmenbedingungen für eine Bandbreite von Lebensstrukturen und Verwendungen, die von den Nutzer:innen selbst gestaltet und laufend verändert werden können.

 

Die verschieden großen, ineinander verschachtelten Einheiten in Form von Ateliers mit unterschiedlichen Raumhöhen von 2,7 bis 5,7 m und großzügig dimensionierten Fenstern sind nutzungsoffen und ermöglichen eine individuelle Aneignung der Nutzer:innen im höchsten Maße. So ist auch kein Objekt dem anderen ähnlich, die seit der Besiedlung entstandenen unterschiedlichen Ausgestaltungen der Ateliers gleichen geradezu einem Feuerwerk der Kreativität.

Große Bedeutung für die im C21 florierende Community haben die Gemeinschaftsflächen, anstelle von Nebenflächen wurden ganz bewusst attraktive Räume für alle Bewohner:innen geschaffen, zwei große Foyers und ein Salon stehen als Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich zur Verfügung, weiteres Highlight ist die mehr als 160 m² große, allgemeine Dachterrasse, deren überdeckte Bereichen besonders stark frequentiert werden, zumal sie Schutz vor Sonne und Regen bieten.

 

Auch für urbane Wildnis im Sonnwendviertel ist gesorgt: Der angeschlossene Freiraum des Atelierhauses ist eine Potentialfläche für die Entwicklung von Spontanem und Unvorhergesehenem. So umschließen modellierte Sukzessionsflächen einen großen Werkplatz und hüllen ihn in eine zunehmende Stadtwildnis. Bewusst wurde auf Zäune oder andere Absperrungen verzichtet, damit sich auch die Nachbarschaft zur „Mitbenutzung“ der großen, offenen Freiflächen eingeladen fühlt. Auch das Café und die Galerie bilden ein Bindeglied zum Grätzel.

 

Das Atelierhaus ist ein kompakter Stahlbetonbau, die Innenräume sind in Sichtbeton ausgeführt. Dabei zeugt die klare Architektur des Atelierhauses von höchster Gestaltungsqualität, die Dachlandschaft ist wie selbstverständlich integriert. Die unterschiedlich großen, versetzten Fensteröffnungen machen die unkonventionellen Strukturen im Inneren auch außen ablesbar.

 

Teil der Grundkonzeption war ein autarkes Energiekonzept, das sowohl Verbrauchskosten als auch Emissionen stark reduziert, und das zu üblichen Herstellungskosten. Ein Erdsondenfeld mit insgesamt 4.500 lfm Länge sorgt für die Ausnutzung von Anergie, d.h. latente Energie im Boden, und mittels Wärmepumpen wird das Haus emissionsfrei geheizt.  Die Maximierung der wirksamen Speichermasse in Form von sichtbarem Beton tunlichst ohne Vorsatzschalen ergänzt die Niedertemperaturheizversorgung und sorgt für ein stabiles Raumklima rund ums Jahr. Eine PV-Anlage am Dach erzeugt rd. 90% der Energie, die für den Betrieb der hauseigenen Anlagen benötigt wird.